Das denkt der Muffigel
Nach d’r Landkart, gell des wisset sia,
liegt Hüttlinga am Kocherknia.
Und exakt an diesem Boga
ließ die Gmoid und d’ Ökologa
das Knie vom Kocher operiera,
um des Flussbett zu saniera.

Beim erstemal, vier Jahr ist’s her,
hat gemurkst der Operateur.
Was der im Knie g’macht hot vom Kocher
war dilettantisch’s Rumgestocher.
Des hat den Gmoidrat so erregt,
dass er dem Chirurg hat’s Handwerk g’legt.
Ein anderer hat dann weiter g’macht,
den Eingriff auch zu End’ gebracht.

Die Operation scheint diesmal g’lunga.
Der Schultes hat sie abgenomma,
ist höchstpersönlich unbeschadet
im Kocherwasser rumgewatet.
Er hätt’ auch könnt zum Bada nei,
denn jetzt hat’s Güteklasse zwei.
Herr Kowatsch sagt, dass das Gewässer
jetzt ökologisch sei viel besser.
Dies sei bewiesa, wird berichtet,
weil Bachflohkrebs er hät gesichtet.
Auch sei ein weiterer Beweis
am Kocher gibt’s jetzt Fledermäus.

Bloß d’ Schlicker die hat koiner g’fragt,
ob’s ihne besser jetzt behagt.
Die müsset jetzt um d’ Stoi rumschwimma,
weil d’ Leut die beste Plätz wegnemma.
Mitta im Fluss sieht man sia hocka
beim Füßwäscha auf Felsabrocka.

Wer jüngst schon mal den Kocher sah,
wo Treppa führet Böschung na,
wo Krainerwänd aus große Prügel
und Schwella, Sandbänk, Felseriegel
des Flussbett säumet voller Kies und Stoi,
meint grad er könnt im Lechtal sei.

Für Hüttlinger ist des ein Traum
der „Flusslandschaftserlebnisraum“
von d’r Kocherbruck zur Straubamühl.
Des wär doch was als Urlaubsziel.

Bis jetzt sieht alles ganz toll aus.
Nach Hochwasser kommt’s erst raus
was von der Flut wird angeschwemmt
und wüst dann an de Felsen hängt.
Wer dies dann wieder sauber macht?
Hat Hüttlinga a Küstenwacht?

Drum tät ich dringend appelliera
an großa Rechen zu montiera
oberhalb der obra Bruck,
der den größte Dreck hält z’ruck.
So bliebe sauber unser Strand
am Kocherknie im Heimatland!

                                   Der Muffigel