Das denkt der Muffigel
Zum Jahresabschluss des Gemeinderates hat sich der Muffigel
einige Gedanken gemacht...

Der Friede sei mit euch
Zuerst einen Abschnitt aus der Apostelgeschichte:

In jenen Tagen macht sich der Apostel Gebhard, Fürst Bischof von Rottenburg auf den Weg, eine treue Gemeinde auf der Ostalb zu besuchen. Als es in den Abendstunden des Sabbats dort ankam, versammelte sich eine große Menge Volkes im Saale der Bürger zu Hüttlingen, unter ihnen der Hohe Priester Gerhard und der Vorsteher der Gemeinde namens Günter aus dem Geschlechte Ensle.

Dieser erhob seine Stimme und begann also zu reden: „Dies sollt ihr wissen Exzellenz, wir haben ein Maskottchen, das Abbild eines Igel. Dies sollen alle großkotzeten Gäste unserer Gemeinde zum Geschenk bekommen, so auch ihr.“

Während er so zum Bischof redete, erhob sich ein großes Raunen im Volke, dem hohen Priester röteten sich dich Wangen. Eine Frau, Trägerin der Martinusmedaille, drehte sich um ihre eigene Achse, als würde sie zu Boden stürzen, doch der Bischoff lächelte sanft.

Jetzt erkannt der Redende seinen Versprecher und erklärte, nicht Großkotzete sondern Großkopfete habe er gemeint. Alle die es hörten, lachten nun herzlich und erfreuten sich noch lange am Besuch des hohen Gastes.

Karl Krafft
Karl Krafft ein Mann vom Albverei
soll auf da Gmoindrat sauer sei
weil ma bei d´r neua Albvereins-Küche
vom Zuschusssatz ist abgewiche,
der 15 Prozent normal soll sei´
bei Investitiona für d´Verei.

Doch die Küch´ an dieser Stell
wird benützt au kommerziell.
Mit ihr wird doch Profit beschafft.
Drum muss au einsehn der Karl Krafft
dass net vergleichbar ist der Fall
mit Matten für die neu Turnhall.

Der Albverein sich revanschiert
indem er kräftig abkassiert
am Bierstand bei de Muffigeltage.
Da hilft au von dr Gmoid koi Klage.

Sie hend verdient an solcha Haufa,
sie könntat nochamol a Küch sich kaufa


Reinhard Meier
Bei d´r Sitzung vom Gemeinderat
Herr Meier sich entschuldigt hat,
weil seine Schulter war gezerrt.
Drum sagt er sich, s´hat doch koi Wert,
dass i so in die Sitzung muß,
denn i kann ja beim Beschluß
nicht a mal mein Arm erheba,
wenn i stimma möcht drgega.
I möchte mich au net bloß enthalta
Sollet se ihr Sitzungsgeld doch b´halta.

Vom Liederkranz als Präsident
bekommt er manchmal Geld in d´ Händ.
Bei d´r Bürgerversammlung als dr Chor hat g´sunga
Isch was mit dem Geld misslunga
Herr Ensle gibt ihm ein Kouvert
und sagt wia arm die Gmoid doch wär.
Als Reinhard guckt dann hinterher
in den Umschlag - war es leer.

Daß so arm die Gmoid scho ist
hat selbst dr Meier no net g´wißt.
Wenn wieder dr Schultes gib in bar
für deinen Chor das Honorar
guck lieber glei in umschlag nei
Sonst fällst auf den Trick nomol rei.

Generos Jörg
Weil Generos was schaffa möcht´
wär doch der Vorschlag gar net schlecht
ihn als Feldschütz anzustella.
Der Reinhard hat des lang scho wella.

Er gäb bestimmt an stramma Flur,
wär immer drauß´ in der Natur.
Dia Gmoind tät des au gar nex kosta.
Der Generos könnte auf seinem Posta

die Umweltsünder dann aufspüra
und d´ Bußgelder dort abkassiera.
 
Nebaher könnt er ab viera
Fußbodenhöha kontrolliera,
im Baugebiet vom Wasserstall
denn do stimmt dia net überall.

Thomas Koch
Beim Arbeitsamt ist er gestiega
ist Leiter jetzt in Crailsheim drüba.
Vielleicht stellt er sich au zur Wahl
als Schultes vom obra Wasserstall.
Beim untera hat er wohl koi Chance
Do hat der Karl Krafft vorne sei Nas.

Als CDU-ler macht er sich arg
für Kinder und Familien stark.
Als die Zukunftswerkstatt tagte
Herr Koch mit Überzeugung sagte:

„Wir brauchat unbedingt im Ort
einen Ganztags- Kinderhort
und mehr Platz für Krabbelgruppa
Ganztagsbetreuung mit ´ra Suppa.“

Um des zu fordern braucht man Mut
ein Sozi sich do leichter tut.
Herr Ensle hat des registriert
es fragt sich nur wer´s finanziert.

Dieter Volckart
Herr Volckart ist a Phänomen,
bewältigt zeitgleich drei Termin
für seine Zeitung als Reporter.
Sogar in andre Gmoida goht er.

Für die gleich Korrespondenz
Braucht 3 Leut die Konkurrenz
Kowatsch, Fischer und da Lehmann,
der kommt nachher au gleich eh´ dran.

Volckart ist öfters aufm Weg
Als dr Schultes samt´m Deeg.
Kriegt dafür au zwei Gehälter,
erschtens Zeitung – zwoitens Sitzungsgelder
Man sagt, net ausgelastet wär er
drum macht als Hobby er no Lehrer.

Heidi Borbely
Die Jugendbeauftragte kann ma nur loba
bald schläft sie no im Waldhorn droba.
Sie hat des ganz toll initiiert
dass des JUKO funktioniert.

Kürzlich war die Heidi herb
beim Ideenwettbewerb.
Der Plan wo ihr am bescht´ hat g´falla
ist bei der Jury durchgefalla.

Aus lauter Ärger schimpfte sie
wär i bloß nei in dia Jury.
Doch man hat sie net gelassa
weil manche Männer tats net passa.

A Frau hät nei g´hört unbedengt
denn Männerdenka ist beschränkt
Manchmal denket se au nex
oder wenn, dann nur an Sex.

Josef Glaser
Dem Teilortschultes Josef Glaser
hat dr Sulzdorfer-Teich zu wenig Wasser.
Wenn do dia Feuerwehr müsst amol spritza
tät die Pump im Schlamm festsitza.

Drum er beantragt unbeirrt,
dass do ausgebaggert wird.
Wenn schön saniert dann wieder sei er
heißt er Josef Glaser-Weiher
 
Man weiß vom Josef außerdem
er ist ein Biker Alb-Extrem.
Mit Sturzhelm sitzt er auf seim Rad
man kennt´n an seim graua Bart

Dass er au no Hasa züchtet
hat die Zeitung erst berichtet.
Die Fachwelt sagt, er häb zur Zeit
da besta Rammler weit und breit.
Drum hat er kriegt wie jeder weiß
den Super-Rammler-Sonderpreis.


Franz Dollansky
Für seinen Teilort Fuggerloch
hat er oi Bedürfnis noch.
Straßalampa möchte er seha
wia se in dr Bachstroß steha.
Die kann er doch do droba klaua
Wenn se d`Bachstroß überbaua.

Do drunta an der Simons Brück
hat Franz gekauft a Baumwiesstück.
Weil dicht vorbei dr Radweg führt
dr Franz scho heimlich spekuliert
dort zu baua mit´m Hans Deeg
a Bratwurstbude an da Weg.


Josef Kowatsch
Er schwächelt oft in letzter Zeit!
ist nach dr Sitzung net bereit
in die Wirtschaft mitzugeha.
Früher hat man öfters g´seha.
Hat sei Rektor ihn ermahnt
weil nach de Sitzunga er oft lahmt ?


Karl Kurz
Beim Handball gabs an schlechta Start,
des war au für da Torwart hart.
Man hat scho g´spottet, s Best´ sei wird
wenn Reinhold Messner Trainer wird.

Mir ihm als Coach tät sicher allen
das Absteiga viel leichter fallen.
Doch inzwischa g´winnets wieder
doch nur, weil Karl ist net dr Kieper.

Nach Heuchlinga nüber sei Transfer
ist gescheitert, drum bleibt er
unserem Gremium erhalta
da Ensle in seim Aug behalta.

Helmut Ebert
Wenn er net grad Kommandos kräht
Herr Ebert mit seim Fahrrad fährt.
Von Hüttleg zur Berufschul nauf.
Do fallat ihm 3 Lampen auf
bei der Radwegunterführung.
Er meint die reizet zur Zerstörung.

Zwei, schlägt er vor zu demontiera
dia könnt ma scho net demoliera.
Logisch wär dann dass die dritt´
ebenfalls beseitigt wird.

Dann wird koi Lampe mehr zerstört.
Doch wenn er dann in d´ Schul nauf fährt
ist´s zappaduster im Tunnel
des kapierst doch Helmut -  gell?

Anton Schneider
Von Seitsberg drauß, der größte Bauer
vernimmt die Nachricht voller Schauer
dass er bald kriegt Konkurrenz.
Hat deshalb Angst vor Insolvenz
weil er net dr einzig ischt,
wo verkauft dann drauß sein Mischt.
Des passt dem Anton gar net ganz
dass nauszieht bald dr Hommelhans.

 
Wilhelm Hammer
Für d´ neua Turnhall a Weichbodenmatte
dr TSV beantragt hatte.
Was des wohl für Matta sind
überlegt Herr Hammer g´schwind
und frogt des Gremium mit Bedacht
was ma mit Feinstrümpf- Matta macht.

Was dieser Mann doch alles denkt
und Matta mit Feinstrümpf zusamma bringt.
Do lässt sich allerhand erahna
bei feine Strümpf, denkt man an Dama.

Doch sei ihm diese Frog verzieha
er hat zu viele Fantasia.

In Goldshöf drüba bis nach Buch
war unlängst auf dr Standortsuch
dr Gmoidrat, der danach beriet
was mit´m Gewerbegebiet geschieht.

Herr Hammer dort am besta find
a Anlag z´macha für da Wind.
Ein Energiepark wär do ´s best
des ist d` Idee vom Schulz scho g´west

Dr Gmoidrat wundert sich deswega
er hat da Schulz doch gar net möga.
Ob se sich versöhnt jetzt hend
weil beide für d´Windmühla sind?
Vielleicht läuft Wilhelm Hammer schon
mit´ m Schulz jetzt Marathon.

Hans Eisert
Herr Konrektor Eisert ist
au Mitglied bei der Bürgerlist´.
Diese seine Fraktion
macht in Niederalfing Station.
Im Falka hat man diskutiert
wo d´Tisch adventlich dekoriert
mit Nussa, Äpfel und Zimsterne
Letztere mag Hans Eisert gerne.

Er langt sich einen kaut drauf rum
Bockelsterrig - des ist dumm.
Dies hat er bei Wirt moniert
dieser guckt ganz konsterniert
und sagt: „5 Johr hab i dia schon
des ist mei Dekoration.“

Was halt a armer Lehrer ist
in der Not au Dekorationa frißt.


Eberhard Schäffner
Am Samstag man da Eberhard
im Konzert geseha hat
wie er in der erste Reih
sitzt britschabreit ind´ Mitte nei

Obwohl er hat koi Ehrakart,
was juckt des unsern Eberhard.

Eugen Mezger
Eugen ist a ruhiger Mann
ihm kommt es auf die Sache an
und net nur auf die Schwetzerei
bloß dass er kommt in d`Zeitung nei.

Der Beschluss, jeden Kanal
aufzunehma digital
meint Eugen des sei net das Wahre
hunderttausend könnt ma spare,

man bräucht nur ihn dazu zu fraga
er könnt analog uns alles saga.

Hans Deeg
Der Vizeschultes mit seim Charme
macht die Marga Elser warm.
Als sie unser Gmoid besucht
hat Deeg und Ensle schlau versucht
ihr das Versprecha abzuringa
den Gmoindrat nach Berlin zu bringa.

Dr Hans hat sie lieb angeblickt
bis sie „Ja“ g´sagt hat  - und genickt.
Des hat er gut g´macht oder it ?
Hans du darfst dafür au mit.

Bei Anträg von Verein mitunter
fällt bei ihm die Klappe runter
wenn Eisert möchte was für sei Schul
rutscht Hans nervös auf seinem Stuhl.

Ganz allergisch wird er au
bei Anträgen vom TSV.

Bernd Hegele
Ihn als Jugendreferent
von de Junge koiner kennt.
Des isch au sei Handicap,
vielleicht wohnt der au zu weit weg

Sicher wird er bald bekannt
denn er baut grad ganz markant
 a Haus mit Blick weit übers Land
doch wenn er fertig wärs koi Schand

tät er für entstandna Jugendschada
des JUKO  zu sich einzulada.

Gremium
Was ma sonst vom Gremium
so im Dorf schwätzt alles rum

Dass d´Kröta – Anlag im Bächweiher
für dia Gmoid kam ganz schö teuer.
Denn bei der Sitzung wega de Krota
habets am Stausee gemeinsam berota
Hüttleg, Rainau und au Neuler.
Danach hends g´soffa wie die Heuler.
Hüttleg war am längsta frisch
die andre laget unterem Tisch.

Dann war da noch des Wurmproblem!
Am Sportplatz hat ma Würmer g´sehn
Maier schlägt vor sie zu verkaufa
Angler könntet se gut braucha.
Die Verwaltung denk do gleich
daß d´ Gmoid wird mit de Würmer reich.

D`r Kowatsch hats de Würmer g´steckt
seither sind die Würmer weg.

Die Wortauswahl ist manchmol au
im Gremium a bissle rau.
Worum es ging des weiß i net
dr Schultes sagt „Der Spitz muß weg“
Dr Kurz hat g´sagt: „Noi der bleibt standa.“
I hab dann nemme viel verstanda
bis dr Ebert sagt dann noch:
„Des Schultes Finger isch im rechta Loch.“
In welchem wohl -  frogt jeder schui
do kann ma bloß no saga: “Pfui” !!

Zum Schluß an Gruß an d´Ehegatta,
die ihr müsst oft so lange warta.
Von ihnen steht hier nix zu lesa
sie sind scheint´s alle brav gewesa.

Was der Muffigel meint ! 1

Was mir im Sommer aufgefalle
möchte ich als Muffigel hier sage:
´s ist viel zu wenig Rege g´falle
und viele Leut´ ginge zum Bade.

Für´s Waldbad war´s ein Supersommer
45 Tausend kamen
junge, alte, dicke Brummer
70 Prozent waren es Damen.

Ich war auch oft beim bade drunte
oft schon morgens und auch spät
und hab nur 3 mal vorgefunde
das Super- Wasserspielgerät.

Es ist doch, glaub ich, g´sponsert worde
für unsre Kinder, als der Renner
doch es ist selte nass geworde
nur wenn aufpasst hat d´ Frau Brenner.

Auch ohne Aufsicht von de´ Sponser
mein ich, sollt´s zum Einsatz komme
sonst wird´s als Dorotheas Monster
im Trockendog ganz schnell verkomme.

Das Sommer-Thema in Aalen war
„allen City sprudelt“
bei unsrer Festlesflut dies Jahr
mein ich, hätt´ passt „Hüttlingen dudelt“.

Der Gipfel war ganz ohne Frage
und Top Event im Ostalbkreis
die ersten Hüttlinger Muffigeltage
eine Idee vom Ensle wie man weiß.

Im Vorfeld gab´s schon mächtig Zoff
bei der Sitzung der Vereine
als Herr Winkler fordert schroff,
die Allianz verkauft auch Weine.

Ich find, die Chorfreunde haben zurecht
sich darüber aufgeregt
denn ihnen war´s Bewirtungsrecht
für die Weine auferlegt.

Mit Großplakaten hieß willkomme
Herr Ensle d´ Leut am Dorfeingang
10 Tausend sind dann auch gekomme
wie man festet weiß der Mann.

Der Gmoindrat fasst trotzdem Beschluss
das Fest jetzt all Jahr durchzuführe
ich mein, dass man dann sicher muß,
die andre Festla reduziere.

Es wär noch manches zu berichte
von unserem Dorf im Kochertal
ich erzähl euch die Geschichte
als Muffigel dann nächstes mal.

Was der Muffigel meint! 2

Am Ortseingang sind Alu-Stanga
do solltet Großplakate hanga,
doch weil`s die meiste Zeit war`n leer
wurd´ überlegt do muss was her.

Die Lokale Agenda greift des auf
und hängt do Igel-Poster auf.
Auffallend groß in blau und rot,
wo überm Bild vom Igel stoht,
auf blau „dia Muffigel griaßet de“
und auf rot, sagad`s ade.
So jeder Besucher deutlich sieht,
hier ist Muffigel–Sperrgebiet.

Jankowskis Truppe tut scho was,
Standort-Marketing nennt sich das.
Sie macht den Muffigel populär
und nimmt ihn als ihr Logo her.
Wie man uns früher genannt zum Spott,
wird jetzt benützt als Werbewort.
Dem Schultes g`fällt`s auf jeden Fall,
bei ihm muffigelt`s überall,
Muffigel-Dance, Muffigeltage,
Muffigel-Bühne steht in Frage.
Und jeder lokale Patriot
drhoim aus Plüsch an Igel hot.

Doch wia sieht a Muffigel aus?
A Fremder wird net schlau daraus.
Ich empfehl, stellt euch vor
so wia ihr seid, mit Haut und Hoor
ohne Stachla und Kralle an de Finger
und sagt „so halt wia mir Hüttlinger.

Und langt ihm die Erklärung net
No soll er nei ins Internet.
Do kann er höra und au lesa
wie des mit`m Muffigel ist gwesa.