Standort der 31 Jugendmusiker und ihrer Betreuerschar waren Bungalows im Campingplatz „Villagio del Sole“ in Marina Romeo. Bereits am Morgen nach der Ankunft standen bei strahlendem Sonnenschein auf dem nahen Parkplatz das Üben der Marschformation und die ersten Proben auf dem Programm. Nachmittags ein Ausflug in das nahe Ravenna zu einem Bummel und Besichtigung von S.Vitale, dem wichtigsten Kirchendenkmal.

Der Samstag begann mit einem Trip ins mittelalterliche, pittoreske Brisighella in den Ausläufern der Toskana. Weiterfahrt nach Casola Valseno, der Partnergemeinde von Bartholomä. Dort nach grandioser Bewirtung durch die Seniorengruppe im „Centro Sociale“ die ersten Auftritte. In Marschformation durch das Sportgelände zur Eröffnung eines Fußballturniers und ein kurzes Standkonzert bevor es auf die „heiße“ Bühne im Zentrum ging. Die Mittagsglut lockte leider nicht allzu viele Besucher aus ihren schattigen Häusern.

Dann nach Cotignola, der Partnergemeinde zum großen Kinderfest. Unabhängig voneinander hatten der Schulchor aus Cotignola und die Hüttlinger Jugendmusiker Michael Jacksons „We are the world“ geprobt. Jetzt gab es beim ersten Zusammentreffen das erste Zusammenspiel. Nach den Proben dann das eigentliche Konzert. Gemeinsam intonierten die Kinder und Jugendlichen aus den Partnergemeinden die weltbekannte Kinderhymne aus der Feder von Michael Jackson.
Zum offiziellen Besuch in Cotignola waren auch Bürgermeister Günter Ensle, Rektor Werner Haas und Kämmerer Anton Abele angereist. In internen, freundschaftlichen Gesprächen wurden Absprachen zu Schüleraustausch und weiteren Aktionen, wie den anstehenden Besuch der Freunde aus Cotignola zu den Muffigeltagen getroffen.

Mit der untergehenden Sonne setzte sich die Hüttlinger Musikgruppe an die Spitze des Festzuges durch die Straßen von Cotignola. Wie Rattenfänger zogen sie mit ihrer fetzigen Musik ganze Völkerscharen hinter sich her. Die Marschformation klappte perfekt und das Orchester brillierte in den engen Gassen. Es folgte ein ausgiebiges Abendessen mit den italienischen Freunden, das nur durch die Niederlage der Bayern gegen Inter etwas getrübt wurde.
Am Sonntag in der Frühe stand in Castel Bolognese, der Partnergemeinde von Abtsgmünd ein kleines Platzkonzert auf dem Programm. Danach und zur Kräftigung für das Hauptkonzert am Nachmittag Pasta, Antipasti, Gegrilltes und Gelati. Im Schatten der Piazza dann ein tolles Konzert als „Danke“ für tolle Gastgeber. Neben traditioneller Blasmusik hatten die Musiker auch Stücke von „Deep Purple“, „Queen“ oder „Chicago“ im Repertoire. Spontaner Beifall brandete auf und als zum Schluss auch noch die italienische Nationalhymne gespielt wurde, hatten die Mädchen und Jungs neue Fans gewonnen.

Auf einem einsamen, malerisch gelegenen Weingut fand dann der Ausklang mit einem Grillabend statt. Der spontane Entschluss der Musiker zu Ehren ihrer Gastgeber noch einmal die Instrumente auszupacken rührte diese fast zu Tränen. Es war zu schön die jungen Hüttlinger nur für die Familie der Gastgeber spielen zu sehen und zu hören. Es wurde ein langer, vergnügter und für alle unvergesslicher Abend.
Am Montag endlich Strand pur. Eifrig wurden die ersten Sonnenbrände gesammelt und vor lauter Lust am Spielen beschlossen, die Gäste und das Personal des Campingplatzes mit einem abendlichen Konzert in der pinienüberdachten Arena zu beglücken. Lautsprecherdurchsagen und mehr noch der entspannte groovige Sound des Jugendorchesters lockten viele Zuhörer an.
Einige mit sonnenbelasteter Haut waren doch froh, dass am Dienstag der Besuch von Venedig auf dem Plan stand. Nachdem sich der Bus der Krake Parkgebühren (310 Euro) im Umfeld von Mestre mit einer Flucht aufs Land und den Bahnhof nach Quarto d`Altina entzogen hatte, blieben nach erbaulicher Zugfahrt nur noch ein paar Stündchen in der Lagunenstadt. Zu Fuß kämpfte man sich durch das Gewirr der Gassen bis zum Markusplatz durch. Zurück ging es komfortabler im Boot auf dem Canale Grande.
Dann das große Packen und nach dem Frühstück reiste am nächsten Mittwochmorgen ein fröhlicher Bus zurück in das heimatliche Hüttlingen.
Das Auftreten und das Können der Hüttlinger Jungmusiker wurden überall mit Bewunderung und Anerkennung bedacht. Manchmal wurde unsere Delegation auch regelrecht um diese Gruppe beneidet. Sie haben unsere Gemeinde hervorragend bei unseren italienischen Freunden und Gastgebern präsentiert. Wir bedanken uns bei der Gruppe, den Betreuern und bei Dirigent Robert Wahl.

